Der Prozess der vertikalen Abdichtung beginnt mit der Freilegung der Kelleraußenwand einschließlich eines ausreichend großen Arbeitsraums. In etwa 30 cm Abstand zur Außenwand wird ein schalungsähnlicher Aufbau (beispielsweise aus Holzbrettern) errichtet. Nachdem die einbaufertige Lehmmischung in Big Packs auf die Baustelle geliefert wurde, kann die Schalung befüllt werden. Der Lehm wird schichtweise eingebaut, wobei jede Schicht etwa 20 cm dick ist. Der Rest der verbleibenden Baugrube wird ebenfalls mit Füllboden lagenweise aufgefüllt. Jede Lage wird sorgfältig verdichtet. Dieser Verdichtungsprozess sorgt dafür, dass die Abdichtung nahezu wasserdicht ist und Zwischenräume, sowie Unebenheiten im Mauerwerk aufgefüllt werden. Dieser Vorgang wird so lange wiederholt, bis die Geländeoberkante erreicht ist. Um die Oberfläche vor äußeren Einflüssen zu schützen, wird zum Abschluss eine Schutzschicht aus Betonplatten, Pflaster oder Kiesstreifen aufgebracht.
Die Vorteile dieser Methode sind vielfältig. Lehm lässt sich einfach verarbeiten, auch in schwierigen Bereichen wie bei Rohrdurchführungen oder unregelmäßigem Mauerwerk. Er ist flexibel, anpassungsfähig und kann problemlos auch per Hand verarbeitet werden.
Eine Lehmabdichtung bietet somit nicht nur eine nachhaltige, sondern auch eine technisch ausgereifte Lösung für die langfristige Abdichtung von Bauwerken. Sie verbindet traditionelles Handwerk mit modernen Anforderungen an Baustoffe und trägt so zur Erhaltung von Gebäuden bei – sowohl im historischen als auch im modernen Kontext.