Seegras als Dämmstoff

Seegrasdämmung etabliert sich als zukunftsweisende Alternative im Bauwesen, die Nachhaltigkeit und praktische Vorteile vereint. Das natürliche Material, das in Küstenregionen gedeiht und in regelmäßig an die Strände gespült wird, überzeugt durch hervorragende Wärme- und Schalldämmung sowie ein verbessertes Raumklima.

Seegras wächst schnell, kommt ohne Pestizide und Düngemittel aus und wird nahezu unverändert verarbeitet. Diese umweltschonende Herstellung reduziert CO₂-Emissionen und den Energieaufwand erheblich im Vergleich zu herkömmlichen Dämmstoffen. Darüber hinaus ist Seegras biologisch abbaubar und lässt sich problemlos entsorgen oder kompostieren. Am Ende des Lebenszyklus der Seegrasdämmung werden demnach keine umweltschädlichen Rückstände hinterlassen.

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Mit seiner natürlichen Resistenz gegen Schimmel und Bakterien bleibt die Dämmung dauerhaft wirksam, während der hohe Silikat- und Salzgehalt den Brandschutzanforderungen der Klasse B2 gerecht wird. Zugleich speichert das Material während seines Wachstums CO₂ und leistet so einen direkten, positiven Beitrag zur Klimabilanz.

Die Stadt Karlsruhe setzt auf solche ökologischen Lösungen: Durch einen Gemeinderatsbeschluss von 2016 wurden erdölbasierte Dämmstoffe in städtischen Gebäuden verbannt. Die Kombination aus Umweltfreundlichkeit, Energieeffizienz und Langlebigkeit macht Dämmung aus Seegras hier zu einer zukunftsweisenden Wahl.

Mit der Entscheidung für den Seegrasdämmstoff setzt die Stadt ein starkes Zeichen für ressourcenschonendes Bauen – und wir haben diesen Schritt mit Begeisterung begleitet.

Die Verbindung von Umweltfreundlichkeit, Energieeffizienz und Langlebigkeit macht Seegrasdämmung zu einer Lösung mit Vorbildcharakter. Sie ist die perfekte Wahl für Bauherren, die ökologische Verantwortung mit moderner Bauinnovation kombinieren wollen.


Seegrasdämmung im Projekt: Gutenbergschule Karlsruhe

Seegrasdämmung im Projekt: Gutenbergschule Karlsruhe

Wir haben die Seegrasdämmung erstmals eingesetzt bei der Kernsanierung eines Schulgebäudes. Die Fassade aus den 1960er-Jahren sollte energetisch aufgewertet und auf den heute üblichen Dämmstandard gebracht werden. Zudem sollte die Fassade vollständig aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt und möglichst frei sein von chemischen Zusatzstoffen. Die Lösung war eine Holzfassade, die vor das bestehende Gebäude gestellt wurde. In der Tragkonstruktion wurden Fassadentaschen ausgebildet, die vor dem Schließen der Fassade abschnittsweise mit Seegrasdämmung befüllt wurden. Als Fassadenmaterial haben wir uns für einfache Dreischichtplatten ohne weitere Oberflächenbehandlung entschieden, die dem Gebäude ein natürliches Erscheinungsbild geben. Die mit den Jahren einsetzende natürliche Vergrauung ist Bestandteil des Gestaltungskonzepts.

Gutenbergschule Karlsruhe

Schwächen

höhere Kosten als bei standardisierten Industrieprodukten

begrenzte Verfügbarkeit durch natürliches Vorkommen

höhere Wärmeleitfähigkeit, dadurch größere Dämmstärken als bei herkömmlicher Dämmung

derzeit noch wenig Erfahrung bei verarbeitenden Betrieben